Fragen an Patrick

 

 

Wie bist Du zum Singen gekommen? Seit wann singst Du?

 

Meine Mutter erzählt immer, dass ich als Baby fast nie geschrien sondern meist gesungen habe. Wenn‘s im Kinderbettchen nicht mehr gesungen hat wusste sie, der Bub schläft...:-) Es begann also sehr früh.

 

Wie kam es, dass du Chorleiter geworden bist?

 

Mein Vater war auch Chorleiter gewesen. Somit bin ich schon mit der Materie groß geworden. Mit 15 begann ich dann die nebenamtliche Ausbildung zum Kirchenmusiker am Bischöflich kirchenmusikalischen Institut (BKI) in Landau und Speyer. Das Orgelspiel war zwar nicht meine große Leidenschaft, aber die Chorleitung hatte mir von Beginn an sehr zugesagt.

 

Wie viele Chöre hast du schon geleitet? Welche Ziele hast Du mit dem Chor?

 

Ich hatte einen Kinderchor, zwei Jugendchöre, mehrere gemischte Chöre und auch schon als Aushilfe Männerchöre geleitet. In der Schule leite ich die Chorklassen, Bläserklassen und eine Chor-AG. Neben den StarVoices bin ich aktuell als musikalischer Leiter der „Musica Vita Neuburg“ und dem Vocalensemble „Vocatello“ tätig.

 

Generelles Ziel und Schwerpunkt meiner Chorarbeit ist immer die Arbeit am Gesamtklang. Dabei ist es mir wichtig, dass die Sängerinnen und Sänger gut aufeinander hören und ein Gespür für die Harmonien bekommen. Das ist viel Arbeit, die sich aber auszahlt. Dadurch können auch immer wieder „Gänsehaut-Momente“ entstehen, wenn sich die Stimmen besonders gut vermischen. Wenn solche Momente auch bei Konzerten entstehen, vergisst man das sehr, sehr lange nicht mehr.

 

 

Was ist Dein Lieblingslied?

 

Es ist das „Air“ aus der 3. Orchestersuite von J.S.Bach. Dies ist zwar kein Lied, aber für mich persönlich ist dieses Stück Musik die vollkommenste Komposition die je geschaffen wurde. Die Gruppe „Maybebop“ hat daraus sogar eine a capella-Version gemacht – wobei mir auch in diesem Arrangement der erste, klassische Teil am besten gefällt.

 

 

Welche Musik hörst Du am liebsten?

 

Selbstverständlich höre ich gerne Rock und Pop-Songs die so im Radio laufen. Wenn es aber um das bewusste Hören geht, ist mein Favorit ganz klar „a capella“-Musik. Wenn ich auch als überzeugter Posaunist und langjähriges Mitglied des „Sinfonischen Blasorchesters Mercedes Benz Werk Wörth“ und diverser Bläserensembles der Instrumentalmusik durchaus zugeneigt bin, ist es doch die menschliche Stimme, die mich am tiefsten berührt. Es gab zum Beispiel zwei sehr bewegende Erlebnisse in Ghana. Wenn die Menschen dort singen, bebt die Luft vor Freude und Energie. Bei einer Chorprobe, in die ich mich heimlich geschlichen hatte um zuzuhören, wurde ich dann doch recht schnell entdeckt – mit dem Ergebnis, dass ich spontan die Probe weiter leiten sollte. Sonntags durfte ich den Chor dann sogar während eines Gottesdienstes dirigieren. Wenn man dann beobachten kann, wie aus einem einfachen Opfergang zum Geldkässel eine getanzte Celebration aus mehreren Dutzend zutiefst glückseligen Menschen wird, spürt man schon sehr direkt, welche Kraft von dieser Musik ausgeht.

In einem völlig überfüllten Bus begann plötzlich jemand zu singen. Nach und nach setzten Alle mit ein – mehrstimmig. Da läuft es dir eiskalt den Rücken runter und man kann gar nicht anders als mitsingen. Die Stimme ist unser ältestes und ureigenes Instrument. Wenn dann aus mehreren Stimmen noch ein guter Gesamtklang wird, ist das für mich das schönste Erlebnis. Zu meinen favorisierten A capella-Bands gehören „The real group“, „The King´s Singers“ und „Maybebop“.

 

 

Welcher Interpret oder welche Band hat Dich am meisten beeinflusst?

 

Das ist schwer zu sagen da ich immer sehr vielseitig beeinflusst war. Es waren immer einzelne Kompositionen die mich bewegten. Dazu gehörten zum Beispiel „Leningrad“ von Billy Joel, „Africa“ von Toto, „Musik was my first love“ von John Miles aber auch beispielsweise „Bat out of hell“ von Meat Loaf. Queen hat Unglaubliches hinterlassen und es gäbe jetzt noch sehr viele Titel, die irgendwann mal eine Rolle gespielt haben.

Unter den Komponisten zähle ich Ennio Morricone zu den herausragendsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Seine beeindruckendsten Filmmusiken sind besonders die „ruhigeren“ Stücke wie „Cinema Paradiso“ oder „Deborah´s Theme“. Es ist schon eine besondere Gabe, wenn man mit musikalischen Mitteln Menschen tief bewegen kann.

 

 

Komponierst und arrangierst Du selbst?

 

Ich habe schon einige Arrangements gemacht und auch ein paar Stücke komponiert. Leider ist das oft aber ein Zeitproblem oder ich bin zu kritisch mit meinen Werken so dass sie recht lange ein halbfertiges Dasein als Dateileiche in einem Notenprogramm fristen.

 

Gibt es noch etwas außer Singen, das Du gerne machst, was sind Deine Hobbies?

 

Neben der Musik arbeite ich sehr gerne handwerklich – in meinem Keller habe ich eine Holzwerkstatt in der so alles Mögliche entsteht. Auch in der Schule unterrichte ich mit Begeisterung das Fach „Technik und Naturwissenschaft“. Dort bauen wir nun schon im dritten Jahr solargetriebene, manntragende Boote, die auch bei Solarboot-Regatten bei Berlin mitfahren.  In der Luft bin ich gelegentlich mit dem Gleitschirm unterwegs und habe einen Segelflug- und Tauchschein.

 

Gab es schon vor den Star Voices Verbindungen zum Mercedes- Werk Wörth?

 

Ja. 1992-95 machte ich nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Kommunikations-elektroniker Fachrichtung Informationstechnik. Während eines Betriebseinsatzes im Roboterservice hörte ich vom Sinfonischen Blasorchester, welches erst kurz zuvor gegründet wurde und dem ich als Posaunist beitrat.

Nach der Ausbildung arbeitete ich noch beim Technischen Service im Fahrerhaus Rohbau, bis ich das Werk verließ um das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu machen und letztendlich Realschullehrer zu werden. Dem Werk blieb ich dabei aber immer auch ein Stück verbunden – einerseits durch meine jahrelange Mitgliedschaft im Sinfonischen Blasorchester und im Kontakt mit dem Betrieblichen Bildungswesen, welches ich schon mehrfach mit Schülerinnen und Schülern hinsichtlich berufsberaterischer Tätigkeiten besuchen durfte.

 

 

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